Gib alles und noch mehr

Es gibt tatsächlich Menschen denen reicht es nicht 100% zu arbeiten. Aber mal von vorne.

In meiner Einrichtung gibt es eine Mitarbeiterin, die zu 50% angestellt ist. Hauptsächlich  arbeitet sie 100% in einer anderen Einrichtung. Wenn man jung ist, das nicht allzulange macht oder kein Bedürfnis auf Freizeit hat, mag das ja gehen. Jetzt kommt hinzu, dass die Kollegin immer öfters kurzfristig für ein paar Tage krankheitsbedingt ausfällt, was natürlich zu Lasten derer geht, die eigentlich frei haben und für sie einspringen müssen.

Zur Zeit befasse ich mich in meiner Weiterbildung mit dem Burn Out Syndrom. Was liegt da näher als dabei an genau das zu denken. Wenn ich 150% arbeiten würde, würde mich das ebenfalls regelmäßig umhauen.

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3 Antworten zu Gib alles und noch mehr

  1. Tanja schreibt:

    Hm,

    also so jung bin ich nicht mehr. Ich arbeite 85 % in meinem Pflegeheim, da ich aber inzwischen auch bei 193 Überstunden liege, sind es wohl eher 130 % die ich dort arbeite. Bedingt durch ständiges Kranksein anderer Kollegen kommen meine Überstunden zustande. Zudem habe ich noch einen 400-Euro-Nebenjob. Und das nicht, weil ich so arbeitswütig bin, sondern weil ich in der Pflege dermaßen wenig verdiene, daß es einfach nicht reicht. Und das wiederum nicht, weil ich so hohe Ansprüche habe bzw. ein Luxusweibchen bin. Aber Haus, Versicherungen, Auto und Lebensmittel müssen irgendwie bezahlt werden.
    Das Schärfste war jetzt, daß ich gesagt habe, ich würde mir mal 100 Stunden auszahlen lassen. Die Antwort meiner WBL war, das Heim hätte dafür kein Geld. Ich hab dann nur müde gekontert, daß ich leider zu arm bin um weiterhin umsonst dort zu arbeiten. Denn als Freizeitausgleich bekomme ich die Überstunden auch nicht weg, weil ständig jemand fehlt und zumeist ich einspringe. Selbst schuld? Ein „Nein“ kommt mir nur schwer über die Lippen, weil ich auch weder mein Team noch die Bewohner hängen lassen möchte. Dafür habe ich zuhause Ärger, weil mein Mann es nicht mehr einsieht, daß ich z. B. 4 Wochenenden hintereinander Dienst mache – er ist nur an den Wochenenden zuhause – und ich nicht mal dann da. Eine blöde Situation.
    Übrigens, ob wohl ich soviel arbeite, war ich in den zwei Jahren im Heim genau zweimal einen Tag krank, einmal wegen Hexenschuß wo ich mir die Schmerzen habe wegspritzen lassen und einmal wegen Brechdurchfall.
    Und eine Besserung der Situation ist nicht in Sicht.

    • Der Pfleger schreibt:

      Da gäbe es für mich nur eine Möglichkeit und zwar die Einrichtung zu wechseln. Aber andererseits, lasse ich mir auch mehrmals im Jahr meine Überstunden ausbezahlen, da ich sie nicht abfeiern kann.

      • Tanja schreibt:

        Es ist sehr schade, daß es so läuft wie es läuft. Hätte ich meinen Mann nicht, der natürlich der Besserverdienende ist, wüßte ich nicht wie ich in diesem Job überleben sollte, zumal bei Lohnsteuerklasse 5.
        Wenn ich meinen Job nicht so lieben würde und mich in meinem Team nicht so wohlfühlen würde, wäre ich schon längst gegangen. Aber durch das ständige zurückholen aus dem Urlaub und das streichen der freien Tage fühle ich mich manchmal schon wie eine Sklavin. Und unsere Führung tut da gar nichts dagegen; dort heißt es dass wir froh sein müssen dort arbeiten zu können. Hmpf.

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