Die Ratte im Pflegeheim Teil 6

Zwei Tage sind seit dem vergangen. Zrkzrk öffnet er ein wenig verwirrt die Augen. Es dauert einen Moment bis er weiß wo er sich befindet. Durch einen Spalt kommt helles Licht in sein Verstreck. Er schnüffelt. Sein ganzer Körper fühlt sich sehr seltsam an. So hat er sich noch nie gefühlt. Nur ein einziger Gedanke formt sich in seinem kleinen Kopf: “Ich muss hier raus!!!”

Gedacht getan. Er verlässt noch ein wenig benommen sein Versteck und rennt. Durch den Wintergarten, in den Speisesaal an die Stelle an die er den Ausgang vermutete. Die Tür ist verschlossen. Jetzt erst bemerkt er, dass er nicht alleine ist. Der Raum ist voll von Zweibeinern. Es sitzen viele an den Tischen unter denen er in der Nacht soviel zu Essen gefunden hat. In einem Moment hält er inne. Das ganze Essen ist weg.

“Schau mal da ist eine Ratte” entfährt es der dementen Frau Grünlich. Alle Augen schauen sich im Saal um. Nur wenige entdecken sie. Aber die die sie gesehen haben sprechen aufgeregt darüber. “wo kommt die denn her?” “Warum unternimmt niemand was?” sind die gängigen Äußerungen, die zu hören sind.

Zrkzrk flüchtet sich erschrocken unter das nächste Möbelstück.

“Da schau mal jetzt ist sie hinter die Schränke der Teeküche gelaufen.” In dem Moment betrete ich den Speisesaal. Es ist Abendessenszeit an einem Sonntag und ich habe das Medikamententablett in den Händen. Bei der nächsten Gelegenheit stelle ich es ab und schaue mal unter die Schränke. Es gibt nur eine Möglichkeit wo sie rein ist und das ist da wo die ganzen Schläuche sind. Da ist eine Aussparung im Schrank. “Sie muss sich hinter dem Küchenschrank versteckt haben” sage ich zu der Küchendame, die mich entsetzt anschaut. Ich schaue mir den Schrank nochmal genauer an. Es gibt keinen anderen Ausgang. Vorsichtig klappere ich mit dem Geschirr in den Schränken. Es tut sich nichts. So belasse ich es dabei.

Nach dem Abendessen bringe ich Frau Grünlich ins Bett. Etwas ängstlich sagt sie zu mir:
”Aber schließen sie bitte meine Türe zu, nicht dass das Tier zu mir ins Zimmer kommt.”
”Keine Sorge, wir haben sie gefangen und…”
”Habt ihr sie getötet?! Da bin ich aber erleichtert!”
”Ähm ja genau. Ich schließe trotzdem ab.”
”Ja bitte”

Kopfschüttelnd verlasse ich das Zimmer und schließe ab. Unten wieder angekommen schaue ich nochmal nach. “Naja” denke ich “schaunmermal”. Als ich nach zwei Bewohnern wieder in den Speisesaal komme grinst mich die Jolande an.

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