Das kanns ja gar nicht sein

Ein Auto fährt vor. Das Kennzeichen ist mir sehr wohl bekannt. Ein Mann älteren Alters steigt aus und betritt das Haus. Plötzlich hört man ein „Hallo zusammen“ Die Stimme ist jedem bekannt. Mehrere Augenpaare fangen das rollen an. Einem unbeteiligten Zuschauer wäre spätestens jetzt schwindelig geworden oder hätte verzweifelt seine Tabletten gegen Seekrankheit gesucht. Der Mann betritt das Dienstzimmer. Jedem im Raum ist bewusst, dass dieser Mann den sehnlichst erwarteten Feierabend oder den Arbeitsbeginn des Spätdienstes hinauszögert. Seis drum nun ist der GF Herr Wanner im Raum. Mit einem heiter klingenden „Hallo zusammen“ Begrüßt er die karge Belegschaft.

*1) Nach der Übergabe, beginnt er: „Also ich möchte erst mal allen danken, für die gute Arbeit die ihr leistet, ich weiss, dass es momentan etwas schwer ist. Wie ihr wisst haben ein paar Mitarbeiter gekündigt. Ich möchte nun erfahren an was das liegen kann. Deswegen möchte ich bitten das ganz ehrlich zu sagen.“
Sabine meint: „Aber Herr Wanner das Thema hatten wir doch schon im letzten Jahr bei einer Besprechung, das dürfte ihnen doch längst bekannt sein.“
Hr. Wanner: „Also da sage ich ihnen jetzt dass das nicht alles sein kann.“
Sabine: „Ähm, also ich weiss zum Beispiel, dass manche gegangen sind, weil die Leute zu wenig verdienen und zu viel arbeiten müssen. Ich arbeite zwar nur 80% aber ich bin nach jedem Dienst einfach Brotfertig.“
Hr. Wanner: „Ich denke eher, dass es was mit der Leitung zu tun hat!?“
Lautloses Schweigen vereinzelt Kopfschütteln.
„Naja“ sagt er.
„Ja eins möchte ich noch sagen“ meldet sich Andrea zu Wort. „Ich bin der Meinung dass wir alle die jetzt hier so blockern müssen eine Prämie verdient haben. Ich denke da so an 100€. Weil es ist ja ganz schönmal ein Danke zu hören, aber das macht sich auf dem Konto nicht bemerkbar.“
Herr Wanner antwortet gekonnt mit einer Nichtantwort was sich ungefähr so anhörte „…!“

Manuel beendete diese Besprechung mit den Worten: „so wir müssen jetzt mal anfangen, damit wir rumkommen.“

*1) In Wirklichkeit dauerte die Ansprache mehrere Minuten, da aber nur das hier wieder gegebene haften geblieben ist, eben verkürzt.

Da will man also die Wahrheit hören und verschließt die Ohren davor

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