Die Rollstuhlgeschichte

In Deutschland dauertt es bekanntlich recht lannge bis ein alter Mensch der nicht mehr in einem normalen Rollstuhl sitzen kann, einen für ihn angepassten Multifunktionsrollstuhl bekommt. Verständlich oder nicht, ruft die Tochter von Frau Müller an:

„Sie hören sie mal, ich habe heute mit der Krankenkasse telefoniert, und die hat mir gesagt, dass er vor 2 Wochen genehmigt wurde und er ist immer noch nicht da. Habe sie die Genehmigung denn nicht weitergeschickt?“
Etwas irritiert antworte ich: „Welche Genehmigung?“
„Na die für den Rollstuhl, die Kasse hat mir gesagt, dass sie den vor 2 Wochen an sie geschickt hat. Was seid denn ihr für ein Laden?“
„Also wir haben keine Genehmigung erhalten und das wäre auch völlig unüblich. Ich kann aber mal beim Rehazentrum anrufen und mal nachfragen was mit dem Rollstuhl ist. Ich rufe sie dann zurück.“
„Ja in Ordnung und es wird jetzt wirklich mal Zeit dass der kommt. Die Frau kann doch nicht mehr richtig in dem Rollstuhl sitzen.“

„Rehazentrum am Bierhügel was kann ich für sie tun?“
„Guten Tag mein Name ist Andreas Pflege vom Sonnenescheinheim für verdörrte Früchte ältere Menschen. Ich rufe an wegen Frau Albine Müller. Da haben wir euch vor einiger Zeit ein Rezept für einen Multifunktionsrollstuhl zugefaxt und der sei vor 2 Wochen von der Kasse genehmigt worden. Nun hat die Tochter bei uns angerufen und ist ziemlich ungehalten weil das Teil noch nicht da ist.“
„Ja die Genehmigung ist bei uns auch angekommen, den Rollstuhl haben wir daraufhin bestellt, da fehlen aber noch ein paar Teile und wenn die da sind und angebaut, dann kommt er. Da wäre dann in der ersten Septemberwoche.“
„Achso ja dann, kommt er ja demnächst. Vielen Dank und ade.“

„Hallo Frau Müller-Schmidt, ich habe gerade mit dem Rehazentrum telefoniert und die sagen er kommt in der ersten Septemberwoche. Die Genehmigung wurde wie sonst auch üblich an das Rehazentrum geschickt. weil die ja auch das Rezept an die Kasse senden. Aber wissense, das dauert immer so lange, dass die Dinger kommen.“
„Ja, dann ist ja gut, dass er dann bald kommt.

 

Also das ist so einen Sache mit diesen Geräten. für gewöhnlich läuft es wie folgt ab:

Rezept wird von der zuständigen Fachkraft in der Arztpraxis angefordert. Wenn die Praxis zuverlässig schnell ist, bringt es eine Kraft zu uns oder sendet das Rezept in die Apotheke die es dann uns liefert.

Bis also das Rezept da ist kann locker mal ein Tag ins Land streichen.

Das Rezept wird dann umgehend ans Rehazentrum gefaxt.

In den nächsten paar Tagen kommt jemand vorbei um die Frau zu vermessen. Sagen wir mal ca zwei Tage sind vergangen. Plus den Tag von oben sind es bis jetzt drei.

Das Rehazentrum schickt das Rezept an die Krankenkasse und ab jetzt werden die Zeitspannen erst richtig interessant.

Die Krankenkasse schickt dem Hausarzt einen Fragebogen zu, den dieser ausfüllen muss. Der Bogen kommt also nach ungefähr einer Woche bei HA an. Bis dieser den ausgefüllt hat, können je nach Auslastungsgrad bis zu 2 Wochen ins Land streichen. Bis jetzt sind also drei Wochen und drei Tage vergangen. Noch ist er aber nicht genehmigt.

Der Bogen kommt bei der Kasse an, dort muss er erst mal ausgewertet werden. Und weil wir alle wissen, dass die Mitarbeiter bei einer Krankenkasse noch mehr überlastet sind wie eine Arztpraxis, kann es gut und gerne noch mal eine Woche dauern bis die Genehmigung beim Rehazentrum ankommt. Sofern sie dann also zufällig das Modell auf Lager haben geht es zügig, oder aber wie bei Frau Müller müssen sie es aus dem Zentrallager der Kasse bestellen, was ca ein bis zwei Wochen dauert. Nschließend wird er geliefert und von den Rehamitrabeiter an den Bewohner angepasst.

Summasummarum sind also vom Rezept austellen bis zur Auslieferung im besten Fall drei Wochen vergangen oder wie schon oft erlebt im schlechtesten Fall sieben Wochen vergangen!

Ich behaupte und das da mit dem Versterben des Versicherten spekuliert wird um Kosten zu sparen. Dabei wäre es doch so einfach. Für was braucht man denn so einen Bogen den der Hausarzt ausfüllen muss, er doch das Rezept ausstellt. Wenn er der Meinung wäre der Mensch benötigt keinen mehr würde er es doch nicht ausstellen. Scheiss Bürokratie!

In dieser Zeit die da also vergeht, gibt es zwei Möglichkeiten. Der alte Mensch, der nicht mehr in einem normalen Rollstuhl sitzen kann wird umständlich mit einigen Kissen in Postion gehalten oder ist ans Bett gefesselt, wo er absolut nicht mehr am täglichen Leben teilnehmen kann. Ganz ehrlich, „Das kotzt mich an!“

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