Schwere Entscheidung

„Hallo Margarethe“ begrüße ich meine säumige Schülerin, „schön dass du wie vereinbart gekommen bist, jetzt erkläre mich doch mal was am letzten Wochenende los war und warum ich bis jetzt keine Krankmeldung bekommen habe?“
„Also, das war so, ich fühlte mich einfach überfordert, du hast mir gesagt, nachdem ich am Freitag den ersten Tag wieder da war, dass ich am Samstag gleich geteilt arbeiten soll und am Sonntag dann Frühdienst. Dann gleich Schichtleitung und Pflegeplanung üben. Das war mir für den Anfang gleich zuviel.“

Reflexartig schnellt meine Hand zu meiner Stirn, ein lautes Klatschen durchfährt das Büro 

„Und warum sagst du mir das nicht gleich am Freitag. Hey das Wochenende wäre richtig locker geworden, klar wäre am Samstag ein geteilter Dienst dran gewesen, aber ich habe ja auch so gearbeitet. Und hatte mir richtig was vorgenommen und wollte dir was beibringen und zeigen. Und wir hätten ordentlich Zeit gehabt. Weisst du was mich auch noch richtig anstinkt, du rufst nicht mal selber an, sondern lässt jemanden anrufen. Ich habe mehrmals probiert dich zu erreichen, wenn du wenigstens rangegangen wärest oder zurückgerufen hättest, dann hätten wir noch was dealen können. Was soll ich jetzt bitte mit dir machen? Du hast bereits zwei Abmahnungen und eigentlich, das solltest du von Lorenz wissen, gibt es keine dritte mehr, sondern eine fristlose Kündigung. Wie also soll ich es den anderen verklickern, warum ich bei dir eine Ausnahme mache?“

Geknickt, zuckt sie mit den Schultern „Ich weiss es nicht“
„So, genau so geht es mir auch ich weiss nicht warum ich bei dir eine Ausnahme machen sollte. Mir liegt viel an dir und deiner Ausbildung. Vielleicht liegt es auch daran, dass du mich an meine Tochter erinnerst, sie ist ja im gleichen Alter wie du und auch vom Typ her. Es ist furchtbar.“
„Hm“
„Also ich kann das jetzt nicht entscheiden, ich muss da mit Herr Wanner reden, was er dazu meint. Aber ich sage dir eins, wenn wir dir noch eine Chance geben, und du fehlst auch nur eine viertel Stunde unentschuldigt, dann war es das hier. Genauso erwarte ich von dir, dass du dich am Riemen reisst was deine Fehlstunden in der Schule angehen. Von den Noten her bist du ja nicht so schlecht. Was meinst du?“
„Also ich möchte meine Ausbildung erfolgreich beenden und würde auch alles für tun.“
„Ich kann dir jetzt noch nichts versprechen, ich werde jetzt im Anschluss mit Herr Wanner telefonieren, die HL hat ja heute frei, da kann ich nichts bereden und es kann sein, dass wir zu einem endgültigen Entschluss erst am Dienstag kommen.“
„Ja ok.“
„Kommst du heute Abend zur Weihnachtsfeier?“
„Ich weiss nicht, ich denke eher nicht, weil ich mich schon mies fühle den anderen gegenüber.“
„Ich sage dir mal eins, dass du dich mies fühlst, das spricht für dich. Aber egal was du machst, du wirst ein Zeichen setzen. Jeder weiss, dass du am Wochenende eingeteilt warst und nicht erschienen bist sowie dass du seit Montag Urlaub hast. Auch weiss jeder dass unter dem U kein K steht, du also gesund bist. Wenn du dich mies fühlst, vor den anderen, dann ist das Ok aber da musst du durch wenn dir deine Ausbildung wichtig ist. Und glaub mir es ist keine Lösung den Kopf in den Sand zu stecken.“

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2 Antworten zu Schwere Entscheidung

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