Aufzug

Wir sind auf dem Weg nach unten. Simone, Frau Kabauter, Frau Windschief und Frau Deuring. Als wir alle im Aufzug stehen, meinte Simone: „Jetzt ist er aber voll“
Frau Windschief:“Ja voll alter Weiber“
😁

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Eigenbrödler

Herr Umbrich ist ein Eigenbrödler. So wie man ihn aus Büchern kennt. Man kann ihm auch nix wirklich recht machen. Er hat sogar eine Nichte. Das ist bis auf seine Schwester gesehen, die keine Kraft hat sich um ihn zu kümmern, seine ganze Familie. Am liebsten mäkelt er am Essen rum. Neulich auch wieder, nicht weil es nix gab was er mochte, die Auswahl war schlicht zu groß.

Meine PDL heute bei der Übergabe.
„Uh, beim Herr Umbrich da habe ich ein ganz schlechtes Gefühl. Ich hatte mal wieder ein Gespräch mit der Nichte. Sie meinte er behaupte wir würden nix mit ihm machen. Wir sollten daher genaustens dokumentieren, was wir ihm anbieten und so und wie er reagiert. Nicht dass da was kommt.“

Gesagt, getan. Heute war herrliches Wetter, zumindest über Hintertupfing, wir haben einen wunderschön angelegten Garten, in dem kann man sogar spazieren gehen. Also bot ich ihm und auch anderen nach dem Nachmittagskaffe einen Spaziergang an. Natürlich hat er abgelehnt, er lehnt immer ab. Egal was wir anbieten.

Später im Zimmer, ich komme zum Blutzucker messen, spreche ich ihn direkt auf die Geschichte mit der Nichte an.

„Herr Umbrich, ich habe erfahren, dass sie sich beklagen, dass wir nix mit ihnen machen. Das finde ich sehr schade, weil immer wenn wir ihnen eine Aktivität anbieten, haben sie eine Ausrede warum es nicht geht, oder sie nicht können.“
„Nein, das habe ich nie zu ihr gesagt, das behauptet Die!“
„Achso? Naja, Aber sagen sie mal, was haben sie denn früher gemacht als sie noch zuhause waren?“
„Fernseh.“
„Ach?! Dann hat sich ja im Vergleich zu früher nur geändert, dass sie damals im Fernsehsessel saßen und heute im Rollstuhl.“
„Hm“
„Wenn ich es richtig verstehe, sind sie also frustriert, dass sie hier im Heim sind und auf andere angewiesen.“
„HmJa“
„Und sie beklagen sich, dass wir nix mit ihnen machen, obwohl sie heute das gleiche machen als sie noch zuhause waren. Sie wollen keine Gesellschaft, kommen maximal zu den Mahlzeiten aus dem Zimmer, ansonsten gucken sie lieber Fernseher. Mit den anderen Bewohnern wollen sie nix zu tun haben, weil sie lieber alleine sind. Habe ich das richtig zusammen gefasst?“
„Stimmt.“
„Na dann, wie gut. Also bis zum Abendessen.“

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Klobürste

Frau Klabauter darf keine Klobürste mehr haben. Das haben wir einstimmig im Team so beschlossen. Zu oft hat sie nachts das Bad damit gestrichen. Braun natürlich.
Jüngst beschwerte sie sich wieder. „Aber ich brauche doch eine Klobürste, wie soll ich denn Popo putzen?“

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Samstags-Gedanken

Es ist Samstag Mittag, freies Wochenende. Mitte Januar sind wir aus unserer ehemals Zwei-Zimmer Wohnung in eine Doppelhaushälfte umgezogen. Allem voran wegen dem Platz den wir nun haben. Um zum eigentlichen Thema zu kommen: ich überlege so eine Haussteuerungsanlage zu kaufen. Kostet Geld und man soll damit auch Geld sparen können. Sagen zumindest die, die es verkaufen. Prima ist wenn man von unterwegs schon mal die Bude aufwärmen kann.
Nun war ich dieser Tage im örtlichen Computer laden und siehe da, sie suchen für ihren Onlineshop jemanden der die Pakete verpackt. Hab mich gleich mal beworben. Mein erster Nebenjob überhaupt. Und ich bin schon 33! Ich habe nicht vor mich da zu verausgaben. Sondern das Geld was ich da nebenher verdiene in die Hausautomation zu investieren. Da dieser Winter mittlerweile rum ist. Habe ich genügend Zeit zu sparen.
Jetzt habe ich mir verschiedene Systeme angeschaut und bin verwirrter als vorher. Natürlich ist dies ein Mietshaus und ich will nix was ich fest installieren muss. Schließlich ist der nächste Umzug zwar nicht geplant, aber ausschließen will ich ihn auch nicht. Zudem gibt es genügend Systeme die über Funk/LAN/WLAN laufen.
Mal schauen. Ich werde mich mal weiter informieren und vergleichen. Aber erstmal fahren wir ein paar Bekannte besuchen.

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Auf Nummer Sicher gehen

Frau Walzig, hat Besuch. Den hat sie nicht oft, aber heute schon. Eine alte Freundin besucht sie. Sie verbringen den ganzen Nachmittag im Speisesaal und quatschen über alte Zeiten. Eine halbe Stunde vor dem Abendessen verabschiedet sich der Besuch. Frau Walzig geht hinterher. Sie ist als weglaufgefährdet bekannt. Ich schlürfe genüsslich meinen Kaffee. Regina die gerade das Abendessen vorbereitet, reagiert promt:
Regina: „Frau Walzig! Wo gehen sie denn hin?“
Ich: „Sie wird ihren Besuch zum Ausgang begleiten und außerdem ist sie nicht mehr so schnell, dass ich sie nicht einholen könnte.“
Regina: „Ja aber“
Besucherin: „Frau Walzig weiß eben was sich gehört, das hat sie früher schon immer gemacht.“
Ich: „Würde ich auch machen, man muss ja schließlich sicher gehen, dass der Besuch auch weg ist.“

Natürlich kam Frau Walzig wieder. Sie hat schon länger nicht mehr die Einrichtung ohne Begleitung verlassen. Sie ist auch nicht mehr so gut zu Fuß. Und wenn sie das Bedürfnis hat in ihr Haus zu gehen, dann hat sie ein paar Bekannte die wir anrufen können und sie gerne begleiten.

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Alte Frau

Frau Widrig, geht morgen auf den Geburtstag ihres Neffen. Die ganze Verwandtschaft wird anwesend sein. Die ganze Verwandtschaft? Nein. Die Tochter Annegret nicht. Sie hat keine Lust.
Das ist aber nicht das Problem.
Frau Widrig hat seit drei Wochen Durchfall. Der Arzt hat nachdem er zuerst Hylak Tropfen verordnete nun Perenterol forte zweimal täglich aufgeschrieben. Er vermutet, dass es eine Resorption Störung ist. Das heißt der Dickdarm nimmt das Wasser aus dem Stuhl nicht auf und er kommt quasi flüssig raus. Aber auch das ist nicht ihr Problem, da der durchfallartige Stuhl nur morgens da ist und die Feier ist am Abend.

Wir unterhalten uns am Nachmittag über den morgigen Tag.

„Andreas? Aber die Binden können wir doch morgen weglassen?
„Weil?“
„Na wegen meinen Schuhen.“
„Verstehe ich nicht. Was haben die Kompressionsbinden mit den Schuhen zu tun?“
„Na ich möchte doch meine schicken Schuhe anziehen.“
„Wir können ja mal schauen ob sie dennoch passen.“

So probieren wir Paar für Paar durch, natürlich passt kein Schuh.

„Tjoa da müssen sie eben die schicken schwarzen Verbandschuhe anziehen.“
„Ja aber ich würde schon gerne meine schicken Lackschuhe anziehen, dann lassen wir einfach die Binden weg.“
„Ich bin mir sicher dass wir das nicht machen. Die Gefahr einer Thrombose ist da zu hoch. Und außerdem, sind sie eine alte Frau, da hat jeder Verständnis, wenn sie bequeme Schuhe anziehen.“
„Ja, und wer schaut einem schon auf die Schuhe“
„So-is!“

Auch wenn es etwas wüst klang, ist es meine Meinung.

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Der Herr

Ich bin bei Frau Hauptmann, sie hat Pflegestufe 3, man muss sie frisch machen und lagern. Sie schaut mir dabei ins Gesicht. „Ach da ist ja der Herr… da ist ja der Herr… der Herr…“
„Ja? Welcher denn?“
„Der Herr…“ sie lächelt „Der wunderschöne Herr“

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Ausgespült und reingepinkelt

Herr Prof. Dr. Schlatewinski klingelt. Im Zimmer angekommen, spricht er mich direkt an:
„Du, ich muss vermehrt Wasser lassen, das ist nicht gut.“
„Kommt vor, vielleicht liegt es auch an den Wassertabletten die sie nehmen.“
„Ach nein, hörmal, ich kenne mich da aus. Ich habe hier diese Seifenflasche ausgespült und reingepinkelt. Bring die zu meinem Hausarzt, der soll meinen Urin untersuchen.“
„Aha!“

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Es flattrt beim Pfleger

Okay eigentlich wollte ich es nicht, vielleicht mache ich es auch wieder weg, ich weiß nicht. Die Neugier hat mich dazu verleitet. In einem Kommentar wurde ein Flattr-Knopf verlangt. Mal sehen. Besonders viel verspreche ich  mir nicht davon. Wenn eine Mark im Monat bei rum kommt, dann soll es mir recht sein. Die flattre ich dann auch gerne weiter.

So denn, Bis Bald
Euer Andreas Pfleger
Der_Pfleger 07.1

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Gespräche einer Nacht

Ich habe Nachtdienst, auch da sind manche Bewohner aktiv und es kommt zu witzigen oder nachdenklichen Gesprächen.

Es klingelt in Zimmer von Frau Guggling, ich kann nicht gleich hin, da ich gerade mit Herr Oslokowski auf Toilette bin. Als ich ins Zimmer komme sitzt sie auf dem Klo. „Sie haben geklingelt?!“ Frage ich
„Nein, aber ich habe Stuhlgang!“ und strahlt über alle vier Backen.
„Spitze“

In meinem letzten Rundgang komme ich auch bei Herrn Prof. Dr. Schlatewinski vorbei. Er wiegt gute 135 Kilo und sitzt im Rollstuhl.
„Guten Morgen, na am Vespern?“ frage ich ihn,
„Neinja, ich hatte so einen trockenen Mund.“
„Ach, und dann essen sie Brot?“
„Nein ich habe hier auch Apfel“
„Achsonadann! Schönen Tag auch.“

Herr Huber liegt wach in seinem Bett, als ich im letzten Rundgang bei ihm reinschaue. Nach dem ich Herr Oslokowski seinen Zimmernachbarn auf Toilette brachte unterhalten wir uns kurz.
„Haben sie etwas schlafen können heute Nacht?“ frage ich
„Ja, ich kann immer gut schlafen. Schon immer. Aber seit neustem schlafe ich mehr. Manchmal liege ich da und hirne ein wenig rum, aber schlafe ich wieder schnell ein.“
„Ja?“
„Ja hauptsächlich über den Krebs, aber dann denke ich -was soll’s, ich kann ja eh nix dran ändern und schlafe dann ein.“
„Hm…“

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