Samstags-Gedanken

Es ist Samstag Mittag, freies Wochenende. Mitte Januar sind wir aus unserer ehemals Zwei-Zimmer Wohnung in eine Doppelhaushälfte umgezogen. Allem voran wegen dem Platz den wir nun haben. Um zum eigentlichen Thema zu kommen: ich überlege so eine Haussteuerungsanlage zu kaufen. Kostet Geld und man soll damit auch Geld sparen können. Sagen zumindest die, die es verkaufen. Prima ist wenn man von unterwegs schon mal die Bude aufwärmen kann.
Nun war ich dieser Tage im örtlichen Computer laden und siehe da, sie suchen für ihren Onlineshop jemanden der die Pakete verpackt. Hab mich gleich mal beworben. Mein erster Nebenjob überhaupt. Und ich bin schon 33! Ich habe nicht vor mich da zu verausgaben. Sondern das Geld was ich da nebenher verdiene in die Hausautomation zu investieren. Da dieser Winter mittlerweile rum ist. Habe ich genügend Zeit zu sparen.
Jetzt habe ich mir verschiedene Systeme angeschaut und bin verwirrter als vorher. Natürlich ist dies ein Mietshaus und ich will nix was ich fest installieren muss. Schließlich ist der nächste Umzug zwar nicht geplant, aber ausschließen will ich ihn auch nicht. Zudem gibt es genügend Systeme die über Funk/LAN/WLAN laufen.
Mal schauen. Ich werde mich mal weiter informieren und vergleichen. Aber erstmal fahren wir ein paar Bekannte besuchen.

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Auf Nummer Sicher gehen

Frau Walzig, hat Besuch. Den hat sie nicht oft, aber heute schon. Eine alte Freundin besucht sie. Sie verbringen den ganzen Nachmittag im Speisesaal und quatschen über alte Zeiten. Eine halbe Stunde vor dem Abendessen verabschiedet sich der Besuch. Frau Walzig geht hinterher. Sie ist als weglaufgefährdet bekannt. Ich schlürfe genüsslich meinen Kaffee. Regina die gerade das Abendessen vorbereitet, reagiert promt:
Regina: „Frau Walzig! Wo gehen sie denn hin?“
Ich: „Sie wird ihren Besuch zum Ausgang begleiten und außerdem ist sie nicht mehr so schnell, dass ich sie nicht einholen könnte.“
Regina: „Ja aber“
Besucherin: „Frau Walzig weiß eben was sich gehört, das hat sie früher schon immer gemacht.“
Ich: „Würde ich auch machen, man muss ja schließlich sicher gehen, dass der Besuch auch weg ist.“

Natürlich kam Frau Walzig wieder. Sie hat schon länger nicht mehr die Einrichtung ohne Begleitung verlassen. Sie ist auch nicht mehr so gut zu Fuß. Und wenn sie das Bedürfnis hat in ihr Haus zu gehen, dann hat sie ein paar Bekannte die wir anrufen können und sie gerne begleiten.

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Alte Frau

Frau Widrig, geht morgen auf den Geburtstag ihres Neffen. Die ganze Verwandtschaft wird anwesend sein. Die ganze Verwandtschaft? Nein. Die Tochter Annegret nicht. Sie hat keine Lust.
Das ist aber nicht das Problem.
Frau Widrig hat seit drei Wochen Durchfall. Der Arzt hat nachdem er zuerst Hylak Tropfen verordnete nun Perenterol forte zweimal täglich aufgeschrieben. Er vermutet, dass es eine Resorption Störung ist. Das heißt der Dickdarm nimmt das Wasser aus dem Stuhl nicht auf und er kommt quasi flüssig raus. Aber auch das ist nicht ihr Problem, da der durchfallartige Stuhl nur morgens da ist und die Feier ist am Abend.

Wir unterhalten uns am Nachmittag über den morgigen Tag.

„Andreas? Aber die Binden können wir doch morgen weglassen?
„Weil?“
„Na wegen meinen Schuhen.“
„Verstehe ich nicht. Was haben die Kompressionsbinden mit den Schuhen zu tun?“
„Na ich möchte doch meine schicken Schuhe anziehen.“
„Wir können ja mal schauen ob sie dennoch passen.“

So probieren wir Paar für Paar durch, natürlich passt kein Schuh.

„Tjoa da müssen sie eben die schicken schwarzen Verbandschuhe anziehen.“
„Ja aber ich würde schon gerne meine schicken Lackschuhe anziehen, dann lassen wir einfach die Binden weg.“
„Ich bin mir sicher dass wir das nicht machen. Die Gefahr einer Thrombose ist da zu hoch. Und außerdem, sind sie eine alte Frau, da hat jeder Verständnis, wenn sie bequeme Schuhe anziehen.“
„Ja, und wer schaut einem schon auf die Schuhe“
„So-is!“

Auch wenn es etwas wüst klang, ist es meine Meinung.

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Der Herr

Ich bin bei Frau Hauptmann, sie hat Pflegestufe 3, man muss sie frisch machen und lagern. Sie schaut mir dabei ins Gesicht. „Ach da ist ja der Herr… da ist ja der Herr… der Herr…“
„Ja? Welcher denn?“
„Der Herr…“ sie lächelt „Der wunderschöne Herr“

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Ausgespült und reingepinkelt

Herr Prof. Dr. Schlatewinski klingelt. Im Zimmer angekommen, spricht er mich direkt an:
„Du, ich muss vermehrt Wasser lassen, das ist nicht gut.“
„Kommt vor, vielleicht liegt es auch an den Wassertabletten die sie nehmen.“
„Ach nein, hörmal, ich kenne mich da aus. Ich habe hier diese Seifenflasche ausgespült und reingepinkelt. Bring die zu meinem Hausarzt, der soll meinen Urin untersuchen.“
„Aha!“

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Es flattrt beim Pfleger

Okay eigentlich wollte ich es nicht, vielleicht mache ich es auch wieder weg, ich weiß nicht. Die Neugier hat mich dazu verleitet. In einem Kommentar wurde ein Flattr-Knopf verlangt. Mal sehen. Besonders viel verspreche ich  mir nicht davon. Wenn eine Mark im Monat bei rum kommt, dann soll es mir recht sein. Die flattre ich dann auch gerne weiter.

So denn, Bis Bald
Euer Andreas Pfleger
Der_Pfleger 07.1

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Gespräche einer Nacht

Ich habe Nachtdienst, auch da sind manche Bewohner aktiv und es kommt zu witzigen oder nachdenklichen Gesprächen.

Es klingelt in Zimmer von Frau Guggling, ich kann nicht gleich hin, da ich gerade mit Herr Oslokowski auf Toilette bin. Als ich ins Zimmer komme sitzt sie auf dem Klo. „Sie haben geklingelt?!“ Frage ich
„Nein, aber ich habe Stuhlgang!“ und strahlt über alle vier Backen.
„Spitze“

In meinem letzten Rundgang komme ich auch bei Herrn Prof. Dr. Schlatewinski vorbei. Er wiegt gute 135 Kilo und sitzt im Rollstuhl.
„Guten Morgen, na am Vespern?“ frage ich ihn,
„Neinja, ich hatte so einen trockenen Mund.“
„Ach, und dann essen sie Brot?“
„Nein ich habe hier auch Apfel“
„Achsonadann! Schönen Tag auch.“

Herr Huber liegt wach in seinem Bett, als ich im letzten Rundgang bei ihm reinschaue. Nach dem ich Herr Oslokowski seinen Zimmernachbarn auf Toilette brachte unterhalten wir uns kurz.
„Haben sie etwas schlafen können heute Nacht?“ frage ich
„Ja, ich kann immer gut schlafen. Schon immer. Aber seit neustem schlafe ich mehr. Manchmal liege ich da und hirne ein wenig rum, aber schlafe ich wieder schnell ein.“
„Ja?“
„Ja hauptsächlich über den Krebs, aber dann denke ich -was soll’s, ich kann ja eh nix dran ändern und schlafe dann ein.“
„Hm…“

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Kochstunde(n)

Kochstunde

Gestern wurde groß gekocht im Kaiserin-Mechthilde-Heim in Hinterüberoberuntervordertupfing oder so. Und zwar den berühmten Gaisburger Marsch. Die BT und die Bewohner haben sich mächtig ins Zeug gelegt. Für insgesamt 50 Bewohner wurde gschnibbelt, gehackt und gebrutzelt. Die Vorbereitung gingen über mehrere Stunden hinweg.

Die BT hat insgesamt 10 Kilo Fleisch eingekauft und Unmengen an Gemüse. Meine Hunde freuen sich auch, denn ich durfte etliche Markknochen mitnehmen.

Heute wird das Ganze dann serviert. Mal schauen ob noch was übrig ist wenn ich zum Spätdienst komm.

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Frei

Es ist Mittagessenszeit. Im ganzen Erdgeschoss riecht es nach Gaisburger Marsch, den haben die Frauen der Station mit der BT für Samstag gekocht.
Es ist 12:30 Herr Brikett bekommt noch von seiner Frau das Essen gereicht. Heute hat sie es besonders eilig, sie geht mit einer Freundin Essen. Sie ist schon ganz hibbelig. Als ich an ihr vorbei gehe fragt sie:
„Sind sie frei?“
„Nein ich bin verheiratet“
War einen Lacher wert. Natürlich habe ich sie abgelöst und dem Mann noch den Nachtisch eingegeben

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Sowas aber auch!

Herr Oslokowski ist rechtsseitig gelähmt. Nach dem Essen schaut es oft wie auf dem Schlachtfeld aus. Ist ja auch nicht schlimm, schließlich kann er es noch alleine und der Tisch ist schnell abgewischt.
Angelika hat heute Dienst im Speisesaal. Nach dem Mittagessen räumt sie die Tische ab und bei Herr Oslokowski angekommen bemerkt sie:
„Oh wie sieht es denn hier aus! Alles drunter und drüber!“ räumt ab und geht weiter. Als sie bei mir vorbei kommt nehme ich sie Beiseite.
„Das war jetzt ziemlich verletzend von dir. Du weißt doch dass er gelähmt ist.“
„Äh oh, das war doch so gar nicht gemeint. Ich meinte doch dieses Platzset, welches die Bärbel ihm hin hat. Die Rote Beete ist drauf und drunter gelaufen und hässlich ist es zudem.“
„Ja mag sein, dass du das so gemeint hast, aber ich Senke wenn es mir so ankommt, dann kommt es beim Bewohner auch so an.“
„Oh ja Mist daran habe ich gar nicht gedacht.“

Na sowas aber auch!

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