Ausgespült und reingepinkelt

Herr Prof. Dr. Schlatewinski klingelt. Im Zimmer angekommen, spricht er mich direkt an:
„Du, ich muss vermehrt Wasser lassen, das ist nicht gut.“
„Kommt vor, vielleicht liegt es auch an den Wassertabletten die sie nehmen.“
„Ach nein, hörmal, ich kenne mich da aus. Ich habe hier diese Seifenflasche ausgespült und reingepinkelt. Bring die zu meinem Hausarzt, der soll meinen Urin untersuchen.“
„Aha!“

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Es flattrt beim Pfleger

Okay eigentlich wollte ich es nicht, vielleicht mache ich es auch wieder weg, ich weiß nicht. Die Neugier hat mich dazu verleitet. In einem Kommentar wurde ein Flattr-Knopf verlangt. Mal sehen. Besonders viel verspreche ich  mir nicht davon. Wenn eine Mark im Monat bei rum kommt, dann soll es mir recht sein. Die flattre ich dann auch gerne weiter.

So denn, Bis Bald
Euer Andreas Pfleger
Der_Pfleger 07.1

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Gespräche einer Nacht

Ich habe Nachtdienst, auch da sind manche Bewohner aktiv und es kommt zu witzigen oder nachdenklichen Gesprächen.

Es klingelt in Zimmer von Frau Guggling, ich kann nicht gleich hin, da ich gerade mit Herr Oslokowski auf Toilette bin. Als ich ins Zimmer komme sitzt sie auf dem Klo. „Sie haben geklingelt?!“ Frage ich
„Nein, aber ich habe Stuhlgang!“ und strahlt über alle vier Backen.
„Spitze“

In meinem letzten Rundgang komme ich auch bei Herrn Prof. Dr. Schlatewinski vorbei. Er wiegt gute 135 Kilo und sitzt im Rollstuhl.
„Guten Morgen, na am Vespern?“ frage ich ihn,
„Neinja, ich hatte so einen trockenen Mund.“
„Ach, und dann essen sie Brot?“
„Nein ich habe hier auch Apfel“
„Achsonadann! Schönen Tag auch.“

Herr Huber liegt wach in seinem Bett, als ich im letzten Rundgang bei ihm reinschaue. Nach dem ich Herr Oslokowski seinen Zimmernachbarn auf Toilette brachte unterhalten wir uns kurz.
„Haben sie etwas schlafen können heute Nacht?“ frage ich
„Ja, ich kann immer gut schlafen. Schon immer. Aber seit neustem schlafe ich mehr. Manchmal liege ich da und hirne ein wenig rum, aber schlafe ich wieder schnell ein.“
„Ja?“
„Ja hauptsächlich über den Krebs, aber dann denke ich -was soll’s, ich kann ja eh nix dran ändern und schlafe dann ein.“
„Hm…“

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Kochstunde(n)

Kochstunde

Gestern wurde groß gekocht im Kaiserin-Mechthilde-Heim in Hinterüberoberuntervordertupfing oder so. Und zwar den berühmten Gaisburger Marsch. Die BT und die Bewohner haben sich mächtig ins Zeug gelegt. Für insgesamt 50 Bewohner wurde gschnibbelt, gehackt und gebrutzelt. Die Vorbereitung gingen über mehrere Stunden hinweg.

Die BT hat insgesamt 10 Kilo Fleisch eingekauft und Unmengen an Gemüse. Meine Hunde freuen sich auch, denn ich durfte etliche Markknochen mitnehmen.

Heute wird das Ganze dann serviert. Mal schauen ob noch was übrig ist wenn ich zum Spätdienst komm.

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Frei

Es ist Mittagessenszeit. Im ganzen Erdgeschoss riecht es nach Gaisburger Marsch, den haben die Frauen der Station mit der BT für Samstag gekocht.
Es ist 12:30 Herr Brikett bekommt noch von seiner Frau das Essen gereicht. Heute hat sie es besonders eilig, sie geht mit einer Freundin Essen. Sie ist schon ganz hibbelig. Als ich an ihr vorbei gehe fragt sie:
„Sind sie frei?“
„Nein ich bin verheiratet“
War einen Lacher wert. Natürlich habe ich sie abgelöst und dem Mann noch den Nachtisch eingegeben

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Sowas aber auch!

Herr Oslokowski ist rechtsseitig gelähmt. Nach dem Essen schaut es oft wie auf dem Schlachtfeld aus. Ist ja auch nicht schlimm, schließlich kann er es noch alleine und der Tisch ist schnell abgewischt.
Angelika hat heute Dienst im Speisesaal. Nach dem Mittagessen räumt sie die Tische ab und bei Herr Oslokowski angekommen bemerkt sie:
„Oh wie sieht es denn hier aus! Alles drunter und drüber!“ räumt ab und geht weiter. Als sie bei mir vorbei kommt nehme ich sie Beiseite.
„Das war jetzt ziemlich verletzend von dir. Du weißt doch dass er gelähmt ist.“
„Äh oh, das war doch so gar nicht gemeint. Ich meinte doch dieses Platzset, welches die Bärbel ihm hin hat. Die Rote Beete ist drauf und drunter gelaufen und hässlich ist es zudem.“
„Ja mag sein, dass du das so gemeint hast, aber ich Senke wenn es mir so ankommt, dann kommt es beim Bewohner auch so an.“
„Oh ja Mist daran habe ich gar nicht gedacht.“

Na sowas aber auch!

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Versehen.

Frau Brikett wohnt noch immer im Betreuten Wohnen, ihr Mann bei uns. Nach dem Mittagessen schiebt sie ihn wie gewohnt ind sein Zimmer. Heute freut sie sich besonders, weil sie mit einer guten Freundin nachher spazieren geht. Sie unterstützt uns immer etwas bei der Pflege, das gibt ihr ein gutes Gefühl, da sie die Pflege nicht gänzlich aus der Hand gibt.
Sie schiebt ihn rückwärts ins Zimmer, ich Folge ihr mit der Aufsthehilfe SARA 3000. Ich lege den Gurt an, schnalle ihn fest und bringe ihn mit dem Lüfter zum stehen. Sie räumt wie jeden Tag den Lüfter wieder raus in den Flur. So auch heute… nur dass der Mann noch drin steht.
Ich warte kurz und spreche sie darauf an kurz bevor sie das Zimmer verlässt. „Soll ich ihn vorher noch ins Bett legen oder wollen sie ihn über Mittag in den Flur stellen“?
Verwirrt schaut sie mich an, schaut auf den Lifter, erkennt offenbar ihren Fehler.
Nachdem wir beide lachen mussten durfte Herr Bricket dann doch den Mittagsschlaf im Bett halten.

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Krebs

Da bin ich mal wieder.
Viel hat sich in meinem Leben nicht getan. Ich arbeite immer noch im Kaiserin-Mechthilde-Haus, fühle mich sogar recht wohl.
Aus unserer Zwei-Zimmer Wohnung sind wir vor Kurzem in ein kleines Mietshäuschen umgezogen. Noch leben wir uns ein.

Mal schauen wie das hier weitergeht. So ab und an hatte ich eine Geschichte auf Lager, habe sie aber nicht aufgeschrieben.

Heute habe ich Herr Huber zu Bett gebracht. Er hat Krebs, ist aber ein tapferer Bursche. Ich mag ihn ganz gern. Er wird sterben, das weiss er auch. Auf seinem Nachttisch lag heute ein Zettel, auf dem stand folgendes:

Ich habe den lautlosen Tod in mir
Er ist ein hinterlistiger Geselle
Ich habe den lautlosen Tod in mir
KREBS
Mir ist schon den ganzen Morgen schwindelig, ganz leicht
Das kann dauern???
Wochen, Monate, oder es geht sehr schnell.

Ich wünsche ihm, dass er nicht leiden muss.

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Pause

Hey Leute, ich weiß es ist schon eine Weile her, dass ich den letzten Artikel geschrieben habe, aber ja wie soll ich es sagen, mir fehlt einfach die Motivation zum schreiben, so lasse ich es dann auch. Ich genieße mein Leben, meine Freizeit und meine Arbeit. Klingt gut und ist es auch.

Vielleicht werde ich irgendwann hier wieder weiter machen, aber bis dann lege ich diesen Blog auf Eis.

Es grüßt Euch,
Andreas der Pfleger.

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Lange schwarze Unterhose oder Pest und Cholera

Bärbel ruft mich zu Herr Oslokovski, er hat keine sauberen Hosen mehr. Das sollte nicht vorkommen, ist aber leider so. Seine Frau hat seine Wäsche immer gewaschen. Durch eine Erkrankung der Frau konnte sie nicht mehr kommen und die Wäsche waschen. Die Tochter hat sich dafür nicht zuständig gefühlt und uns auch nicht erlaubt die Wäsche in die Wäscherei zu geben. Letztendlich dürfen wir sie doch in die Wäscherei geben, allerdings rund zwei Wochen zu spät. Der Fundus gibt auch nichts mehr her.

„Du er hat keine Hosen mehr, ich würde ihm eine lange Unterhose anziehen.“
„Eine lange Unterhose?“ frage ich erstaunt „Du kannst ihn doch nicht in einer langen Unterhose in den Speisesaal setzen.
„Ja aber er hat absolut nichts mehr da.“ sagt sie verzweifelt

Ich gehe zum Wäschesack ziehe eine Hose raus, betrachte sie von vorne und von hinten, darauf sind diverse Essensflecken darauf.

„Na wunderbar, die kann er doch anziehen, besser eine schmutzige Hose als eine Unterhose.“
„Ja aber das weiß doch niemand.“
„Doch… Er!“ und gehe wieder.

Bei der Übergabe berichte ich darüber Bärel hat schon Feierabend
„…ja aber die habe ich doch in die Wäsche, weil sie verschissen war“ sagt Ralf
„Oh, also ich habe nicht in die Hose reingeschaut… Oh Mist… Ich habe nur aussen die paar Essensflecken gesehen und dachte lieber so als in Unterhose“

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